ADHS

Die umfassende Diagnostik und Therapie von ADHS-spezifischen Symptomen im Erwachsenenalter bildet einen Schwerpunkt meiner Arbeit. Die Sensibilität für dieses Beschwerdebild ist in den letzten Jahren gestiegen. Dadurch können heute mehr Menschen mit Symptomen diagnostisch eingeschätzt und wirksam behandelt werden. Gleichzeitig wird in der Öffentlichkeit auch immer wieder ein Anstieg „falsch positiver Diagnosen“ mit seinen negativen Auswirkungen diskutiert.

Um so wichtiger ist eine professionelle und differenzierte Einordnung von Beschwerden mittels strukturierter und zuverlässiger Diagnoseinstrumente. In meiner Arbeit kombiniere ich diagnostische Gespräche, klinischen Eindruck und den Einsatz standardisierter Verfahren (Selbst- und Fremdbeurteilung aktueller und retrospektiver ADHS-Psychopathologie mittels gültiger Diagnose-Instrumente). So kann die Symptomatik umfassend beschrieben und eingeschätzt werden.

Ist eine Diagnose gestellt, gibt es neben dem Wunsch nach einer wirksamen medikamentösen Therapie, eine zunehmende Nachfrage nach einer psychotherapeutischen Behandlung. Die im Alltag immer wieder geforderte Anpassungsleistung kann von Betroffenen häufig nur für eine begrenzte Zeit bewältigt werden. Patient*innen berichten Erfahrungen von sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung. ADHS-spezifische Besonderheiten zu kompensieren bedeutet einen enormen Kraftaufwand, der überfordert

Psychotherapie kann unterstützen, Strategien zu entwickeln und Wege zu finden, Besonderheiten auszugleichen und ADHS-assoziierte Probleme wie beispielsweise depressive und ängstliche Symptome zu bewältigen. Eine alleinige Medikation bringt häufig nicht die gewünschten Effekten, sondern dient meist als Anstoß für eigene Veränderungsprozesse. Psychotherapie unterstützt diese Veränderungsprozesse zu strukturieren, hilfreiche Copingmechanismen zu erlernen, Ressourcen zu aktivieren und den Alltag mit einer größeren Zufriedenheit zu organisieren.